Grenzweg 10

6800 Feldkirch

Fragen von Patienten zum österreichischen Sozialsystem 2019

Wie geht es nach meiner stationären Reha weiter?

Im Anschluss an Ihre stationäre Reha (Phase 2) folgt die ambulante Langzeit-Reha, auch Phase 3 genannt. Das Ziel der Langzeit-Reha ist es, die Erfolge der stationären Reha zu erhalten und weiter auszubauen – von der Förderung Ihrer Lebensqualität durch Gewichts- und Blutdrucknormalisierung über die körperliche Leistungsfähigkeit bis hin zur Stärkung Ihres Selbstbewusstseins. In der Phase 3 Reha trainieren Sie 6 Monate lang zweimal pro Woche unter medizinischer Leitung. Danach setzen Sie das zuvor Erlernte in selbständigem Training für mind. 3 bis max. 6 Monate um, bevor Sie für 3 weitere Wochen zu einer Auffrischung in Ihre Reha-Einrichtung kommen.

Muss ich für die Langzeit-Reha (Phase 3) etwas bezahlen?

Die Langzeit-Reha wird exklusiv von der MedReha in Feldkirch (www.medreha.at) angeboten und dies ohne Selbstbehalt. Die Kosten der Phase 3 Reha werden komplett von den Versicherungsträgern übernommen, es entstehen für Sie als Patienten keine Kosten.

Gibt es eine Präventions-Reha?

Die präventive, kardiologische Rehabilitation wird ebenfalls von der MedReha in Feldkirch angeboten und die Kosten werden wie für Phase 2 und Phase 3 zur Gänze von den Versicherungsträgern übernommen. Sie bezahlen auch keinerlei Selbstbehalt d.h. für Sie als Patienten entstehen keine Kosten.

Bin ich während der Langzeit-Reha (Phase 3) krankgeschrieben?

Die Wiedereingliederungsteilzeit ist mit 1. Juli 2017 in Kraft getretenen um die Rückkehr nach einem längeren Krankenstand ins Arbeitsleben zu erleichtern.
Wer sich nach einer Erkrankung noch nicht fit für einen vollen Berufseinstieg fühlt, oder eine Langzeit-Reha (Phase 3) macht, kann künftig mit der Arbeitgeberin eine temporäre Teilzeit vereinbaren. Dies ist für maximal sechs Monate (kann auf neun Monate erweitert werden) möglich. Während dieser Zeit erhält die Arbeitnehmerin aliquot Krankengeld. Voraussetzung ist ein Wiedereingliederungsplan und eine chefärztliche Genehmigung.

Wer ist Ansprechpartner für …

...Entgeltfortzahlung?


Ihre zuständige Krankenversicherung.

...Höhe und Dauer des Krankengeldes?


Ihre zuständige Krankenversicherung.

...Aussteuerung
(zeitl. Ende der Krankengeldzahlung)?


Ihre zuständige Krankenversicherung.

...Übergangsgeld
(Lohnersatzleistung während Reha)?


Ihre zuständige Krankenversicherung.

...Onkologische Reha?


Diese wird erst ab 2020 angeboten.

...Ambulante Reha in Phase 2 oder 3 und Präventions-Reha?


Die MedReha Feldkirch bietet ambulante, kardiologische Rehabilitation für alle Reha-Phasen in Feldkirch (www.medreha.at) an. Sämtliche Kosten werden von den Versicherungsträgern übernommen, es gibt keinen Selbstbehalt.

...Rentenbeginn und –Voraussetzungen Invaliditätsrente?


Ihre zuständige Pensionsversicherung

Was genau bedeutet Invalidität?


Unter diesem Begriff, der für Arbeiter gilt, ist die Minderung der Arbeitsfähigkeit infolge Krankheit zu verstehen. Für Facharbeiter und Hilfsarbeiter gelten unterschiedliche Regelungen. Grundlage für die Entscheidung, ob Invalidität vorliegt, bildet eine ärztliche Begutachtung.

Invaliditätspension Geburtsjahrgänge bis 1963


Diese Pension gebührt über Antrag, wenn die Wartezeit erfüllt ist, kein Anspruch auf eine berufliche Rehabilitation besteht bzw. eine berufliche Rehabilitation weder zweckmäßig noch zumutbar ist, Invalidität vorliegt und diese voraussichtlich mindestens 6 Monate andauert. Eine Zuerkennung erfolgt im Regelfall nur für einen befristeten Zeitraum (maximal 2 Jahre). Eine Weitergewährung über diesen Zeitraum hinaus ist zu beantragen. Ist keine Besserung des Gesundheitszustandes zu erwarten, erfolgt eine unbefristete Zuerkennung.

Weitere Informationen unter www.pensionsversicherung.at

Invaliditätspension Geburtsjahrgänge ab 1964


Diese Pension gebührt über Antrag, wenn die Wartezeit erfüllt ist, eine berufliche Rehabilitation weder zweckmäßig noch zumutbar ist und Invalidität voraussichtlich dauerhaft vorliegt. Liegt Invalidität vorübergehend für mindestens 6 Monate vor, sind Maßnahmen der medizinischen oder beruflichen Rehabilitation vorgesehen, während derer Rehabilitations- oder Umschulungsgeld gebührt.

Weitere Informationen unter www.pensionsversicherung.at

Berufliche Stufenweise Wiedereingliederung, wo Antrag, wer zahlt Lohnersatz/Berufliche Reha?


fit2work.at für die Berufliche Reha und als Unterstützung für Antragsstellung

Die Wiedereingliederung in den Beruf ist mit dem Wiedereingliederungsteilzeit seit 01.07.2017 geregelt.

http://fit2work.at/artikel/downloads-materialien-3...

1. Was ist eine Patientenverfügung?

Mit einer Patientenverfügung wird eine bestimmte medizinische Behandlung vorweg abgelehnt. Diese Erklärung soll für den Fall gelten, dass sich der Patient nicht mehr wirksam äußern kann. Sei es, weil er nicht mehr reden und auch sonst nicht mehr kommunizieren kann, sei es, weil er nicht mehr über die notwendigen geistigen Fähigkeiten verfügt.

Für die Patientenverfügung sieht das Gesetz zwei Varianten vor: Zum einen kann sie verbindlich sein: Der Arzt, Pflegebedienstete, Angehörige und andere in ein Behandlungsgeschehen möglicherweise eingebundene Personen (etwa ein Sachwalter oder ein vom Arzt angerufenes Gericht) sind daran gebunden. Zum anderen kann eine Patientenverfügung auch bloß "beachtlich" sein. Das bedeutet, dass der Arzt und andere Beteiligte auf die Verfügung und den darin geäußerten Willen des Patienten zwar Bedacht nehmen müssen, daran aber nicht unter allen Umständen gebunden sind.
Solche Verfügungen kommen in der Praxis schon recht häufig vor, sie sind ein Ausdruck der Patientenautonomie. Mit dem Gesetz ist nun klar, unter welchen Voraussetzungen diese Erklärungen verbindlich sind. Es geht um mehr Sicherheitfür den behandelnden Arzt, aber auch für den Patienten, der daran interessiert ist, dass seine Erklärungen auch wirklich "ankommen" und beachtet werden.

2. Allgemeine Wirksamkeitsvoraussetzungen

Geistige Fähigkeit des Patienten im Errichtungszeitpunkt: Der Patient muss aufgrund seines psychischen und geistigen Zustandes in der Lage, den Sinn seiner Erklärung zu erfassen.


Kein Willensmangel: Die Verfügung muss dem tatsächlichen Willen des Patienten entsprechen, sie darf etwa nicht Resultat einer Täuschung oder einer Drohung sein.


Möglichkeit und Erlaubtheit: Mit der Patientenverfügung kann sich der Patient nicht über rechtliche Schranken hinwegsetzen. Vor allem kann er nicht den Arzt zu der in Österreich verbotenen "aktiven direkten Sterbehilfe" veranlassen. (Euthanasieverbot)
Stand der medizinischen Wissenschaft: Die Verfügung des Patienten verliert ihre Wirksamkeit, wenn sich der Stand der Wissenschaft mittlerweile erheblich geändert hat.


Widerruf durch den Patienten: Die Patientenverfügung wird auch unwirksam, wenn sie der Patient nachträglich widerruft. Das kann ausdrücklich geschehen, aber auch durch andere Verhaltensweisen, die keinen Zweifel daran lassen, dass die Patientenverfügung nicht mehr gelten soll (etwa wenn sie der Patient zerreißt oder vernichtet).

3. Verbindlichkeit einer Patientenverfügung

Die verbindliche Patientenverfügung ist vom Arzt und anderen Beteiligten zu respektieren, auch wenn sie damit nicht einverstanden sind und eine Behandlung medizinisch indiziert wäre. Das kann so weit gehen, dass eine lebenserhaltende Behandlung unterbleiben muss. Daher ist es notwendig, strenge Anforderungen an solche Erklärungen vorzusehen.

Aufklärung durch Arzt: Die Patientenverfügung ist nur dann verbindlich, wenn der Patient über die medizinischen Auswirkungen durch einen Arzt entsprechend aufgeklärt wird. Nur so kann sichergestellt werden, dass ein "informierter Konsens" vorliegt. Die Aufklärung muss der Arzt bestätigen. Auch muss er angeben, weshalb der Patient die möglichen Folgen seiner Erklärung zutreffend einschätzen kann.

Errichtung vor Notar, Rechtsanwalt oder Patientenvertreter: Dem Patienten sollen auch die rechtlichen Auswirkungen seiner Verfügung von vornherein klar sein. Auch sollen durch einen solchen rechtskundigen Beistand Unklarheiten, Missverständnisse und Ungereimtheiten möglichst ausgeschaltet werden. Auch wenn mit der Beiziehung einer solchen rechtskundigen Person für den Patienten gewisse Belastungen verbunden sein können, liegt das doch in seinem wohlverstandenen Interesse.

Wirksamkeitsbegrenzung: Eine Patientenverfügung bleibt nur maximal fünf Jahre verbindlich. Das soll u.a. dazu beitragen, dass sich Patient mit seiner Verfügung immer wieder auseinandersetzt, wenn er sie verlängern will. Diese zeitliche Beschränkung tritt aber nicht mehr ein, wenn der Patient mittlerweile seine Einsichts- und Urteilsfähigkeit verliert.

4. Die beachtliche Patientenverfügung

Fehlt auch nur eine der besonderen Voraussetzungen für eine verbindliche Patientenverfügung, so kann eine Verfügung des Patienten doch nicht ohne weiteres abgetan werden. Sie ist vielmehr als Orientierungshilfe für die Ermittlung des Patientenwillens zu beachten. Das gilt für den Arzt, wenn in Notfällen keine Zeit für die Bestellung eines Sachwalters besteht, der in die Behandlung anstelle des Patienten einwilligen kann. Das gilt aber auch für einen gerichtlichen bestellten Sachwalter, der die Patientenverfügung bei seiner Entscheidung über die medizinische Behandlung des Betroffenen zu berücksichtigen hat. In solchen Fällen muss möglichst dem Willen des Patienten entsprochen werden.

5. Sonstiges

Im Normalbetrieb von Krankenhäusern und vor allem bei Notfällen kann mit der Suche nach einer Patientenverfügung wertvolle Zeit verstreichen. Daher besteht in der Notfallsmedizin keine Pflicht des Arztes, nach einer Patientenverfügung zu suchen.
Allfälligen Missbräuchen soll durch entsprechende Sanktionen begegnet werden. So darf der Zugang zu bestimmten Einrichtungen (etwa einem Alters- oder Pflegeheim) nicht davon abhängig gemacht werden, dass ein Patient eine solche Verfügung errichtet oder dies unterlässt. Selbst ein "sanfter Zwang" derartiger Einrichtungen zur Errichtung von Patientenverfügung ist verboten.